|   Orgel, Klavier oder Flügel besser für den Unterricht geeignet als ein Keyboard? Obwohl viele Musikpädagogen den Einstieg auf einem akustischen Tasteninstrument empfehlen, scheint sich das Keyboard zunehmend in der Musikpädagogik zu verbreiten. Dabei spielen sicherlich der günstige Preis, die einfache Transportfähigkeit und der Kopfhöreranschluß heutiger Einstiegsmodelle eine Rolle. Aber vor allem der technische Fortschritt macht elektronische Tasteninstrumente in diesem Bereich mehr und mehr attraktiv. Während noch vor einigen Jahren nur Klaviere oder Flügel ein authentisches Spielgefühl vermittelten, ahmen heutzutage höherpreisige elektronische Tasteninstrumente mit gewichteten Tasten bis hin zu einer komplizierten Hammermechanik echte Pianos nach und bieten einen fast identischen Realismus beim Spielen. Insbesondere die Klangqualität ist Dank moderner Digitaltechnik bei vielen Geräten sehr hochwertig (bei bestimmten Geräten bereits auch in den unteren Preisklassen). Durch die enge Verzahnung mit der PC-Technik hält ein elektronisches Instrument zudem eine Fülle weiterer interessanter Funktionen bereit (s.u.) und stellt zum Spielen eine Vielzahl von Klangfarben (Sounds) zur Auswahl. Wird nun speziell vom "Keyboard" gesprochen, muss jedoch zwischen teilweise sehr unterschiedlichen Modellen unterschieden werden. Keyboard ist heutzutage ein Oberbegriff für eine Vielzahl elektrophoner Tasteninstrumente mit elektronischer Klangerzeugung wie z.B. Synthesizer, elektronische Orgel, E-Piano. Meistens werden mit Keyboard (Portable-Piano) kompakte Stage-Pianos mit mindestens 61 Tasten, verschiedenen Klangfarben und Funktionen wie Begleitautomatik bezeichnet. Sie besitzen "ungewichtete" oder "halbgewichtete" Tasten wie sie ursprünglich bei den elektronischen Orgeln zu finden sind, bieten aber durch eine spezielle "Touch-Response" (Anschlagdynamik) genannte Funktion auch ein dynamisches Spiel wie beim Klavier. Kindern fällt es am Anfang häufig sogar leichter auf einer ungewichteten Klaviatur zu spielen. Denn die Tasten lassen sich viel leichter anschlagen und auch die Tastenbreite ist beim Keyboard in der Regel geringer als beim Klavier, was bei kleineren Händen von Vorteil ist. Das Keyboard ist daher bestens für den Einstieg in das Klavier- oder Orgel-Spiel geeignet. Auf die jeweiligen akustischen Instrumente kann später immer noch problemlos gewechselt werden. Im Unterricht greife ich beide Spielweisen (Orgel / Klavier) auf. Während zum Erlernen der Grundlagen in der Regel klassische Stücke dienen, ist es gerade mit dem Keyboard möglich, sehr früh in moderne Stilrichtungen zu wechseln. Klangfarben (Sounds) spezieller "Kultobjekte" aus dem Digitalpiano oder elektronischem Orgel Bereich (z.B. Fender Rhodes, Hammond-Orgel) finden sich in den meisten Modellen wieder und erlauben das Spielen beispielsweise moderner Rock-, Pop oder elektronischer Musik. Dies ermöglicht vielen Schülern bereits sehr früh das Keyboard in einer Band einzusetzen. Schülern, die sich gar nicht mit der Klassik anfreunden können, biete ich auch die Möglichkeit, bereits die Grundlagen an Stücken aus der Rock- und Pop-Musik zu erlernen. |